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Ein junger Mann mit roten Haaren, wobei die Haarfarbe keine Rolle spielt und auch nicht, dass er Brillenträger ist und intellektuell wirken möchte mit seiner geschäftsmännischen Kleidung, sitzt auf einem Stuhl und bohrt sich ganz ungeniert in der Nase. Hartnäckig versucht er den Popel, der sich an der oberen Nasenwand festgesetzt hat, abzukratzen. Nach einer Weile hat er sichtlich Erfolg damit, lässt die Hand nach unten gleiten und schnippst den gelblich-grünen Schleimbatzen irgendwo hin auf den Boden.
Dort wird er irgendwann von einer Schuhsohle aufgelesen, die sich wiederum irgendwann auf einer Fußmatte ihres Drecks erleichtert und den mittlerweile getrockneten gelblich-grünen Batzen allein zurück lässt. Dort wartet er...und wartet...und bucht eine weitere Abenteuerreise. Jedoch ohne Erfolg, denn die Fußmatte sagt ihm, dass ihr Besitzer erst in vier Wochen wieder nach Hause kommt. So bleibt dem Popel nichts anderes übrig als es sich in den harten Borsten der Matte bequem zu machen und auszuharren. So lag er eine Woche herum und langweilte sich zu Tode, wobei ich das nicht zu laut sagen darf, denn der gelblich-grüne Batzen ist kurz vor seiner endgültigen Austrocknung und reichlich deprimiert. Ach hätte er sich doch nicht an die obere Nasenwand gesetzt, sondern nahe der Nasennebenhöhle wo ihn die schlanken Finger des rothaarigen Möchtegern-Intellektuellen nicht hätten greifen können, sondern ihn bei ihrem Versuch allenfalls näher an den Höhleneingang geschoben hätten wo er in aller Seelenruhe hätte gedeihen und wachsen können, jammerte der mittlerweile heisere gelblich-grüne Batzen immerzu. Und als sollte dieses Jammertal nicht schon reichen, wurde er durch den Hauswart aus der Matte geschüttelt und bei der Flurreinigung mit aufgewischt. Er schwamm im Eimer zwischen all dem Dreck, wie erniedrigend, er ist doch ein Popel und kein Dreck! Unglaublich! Am Schlimmsten jedoch war, dass er sich voll sog mit dieser Drecksbrühe. Jetzt hätte ich gern Tränendrüsen, dachte er sich, dann könnte ich mein persönliches Jammertal durchschwimmen ohne in dieser Brühe zu verrecken. Doch so war das gar nicht! Nein, die Reise des gelblich-grünen Batzens endet nicht damit, dass der Hauswart den Eimer nach dem Wischen in einem Gebüsch ausleerte und der Popel in der feuchten Erde, zwar aufgedunsen und für einen Moment dem drohenden Unheil entronnen, starb. Der Eimer wurde ohne Frage ausgeleert, jedoch nicht in ein Gebüsch, sondern in einen Gulli. Der Gulli-Hinweis ist genauso unwichtig wie die Tatsache, dass der Möchtegern-Intellektuelle Popel-Puler rote Haare hat und eine Brille trägt, deshalb bleibt einzig zu sagen, das der gelblich-grüne Batzen zu dieser Zeit schon längst nicht mehr im Dreck-Wasser schwamm! Denn während er noch so über seine nicht vorhandenen Tränendrüsen jammerte, schleckerte die große Dogge des Hauswarts aus dem Trog und so endete die Reise des grünlich-gelben Batzens nach kurzem Aufenthalt auf der warmen Zunge im Magen einer Dogge, ohne das er auch nur die Chance hatte mit dem Besitzer der Fußmatte Bekanntschaft zu machen! Der kleine gelblich-grüne Batzen wollte einfach nicht wahrhaben, dass sein Schicksal schon besiegelt worden war, als er die warme obere Nasenwand auf so rüpelhafte Weise durch den Möchtegern-Intellektuellen Popel-Puler verlassen musste... Text+Foto: MF, 2007
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