 SPORT! Ist gesund, macht fit und hält jung. SPORT steht für Ausdauer und Durchhaltevermögen und das hat auch die Hamburger Band SPORT, die seit 12 Jahren Musik macht. Im Jahr 2006 erregte ihr Album "Aufstieg und Fall der Gruppe Sport" viel aufsehen und enthält mit "Die Hände" einen zeitlos schönen Song. An so einen umjubelten Erfolg anzuschließen ist nicht leicht und so wird auch nicht jedem ihr neues Album "Unter den Wolken" gefallen.
Der Albumtitel "Unter den Wolken" erinnert unweigerlich an Reinhard Meys Lied "Über den Wolken" aus den 70er Jahren, wo die Freiheit grenzenlos scheint. "Unter den Wolken" sieht es hingegen anders aus, die Welt wird in Dunkelheit getaucht und Menschen leben in Umständen, die sich Tag für Tag verschlechtern. Das Geld ist knapp und der Überwachungsstaat erlässt immer neue Gesetze, die alles enger machen. "Viele Probleme werden aus unserer Gesellschaft rausgehalten, die sind dann nicht mal mehr unter den Wolken, sondern hinter einer Mauer", erklärt Felix Müller (Sänger, Songschreiber, Gitarrist von Sport) den Titel der Platte. Bezeichnend hierfür ist auch die schwarz-triefende Wolke auf dem Cover. Die Gruppe SPORT gibt es lang genug um sagen zu können, dass sie ihren eigenen Stil haben und Rockmusik mit deutschen Texten machen, doch Ähnlichkeiten zu anderen Bands wie TOMTE und KANTE sind unüberhörbar. Die Stücke "Stimmen" und "Der Schmerz" scheinen beeinflusst zu sein von der KANTE Platte "Rhythmus Berlin", die sie Anfang 2008 in Kooperation mit dem Friedrichstadtpalast Berlin aufgenommen haben. Die Ähnlichkeit ist jedoch nicht mehr so verblüffend, wenn man weiß, dass Felix auch Gitarrist bei der Band KANTE ist. Die Stimme, die Felix der Band SPORT gibt, ähnelt oft der Stimme des KANTE Sängers Peter Thiessen. Auf ihrem 2006er Album "Aufstieg und Fall der Gruppe Sport" experimentieren sie mit dem Sound und schaffen so Vielfalt, die das Album abwechslungsreich macht und eine Dynamik entwickelt, die es bei ihrem neuen Album "Unter den Wolken" nicht mehr gibt. Es ist rockiger geworden, kompakter und steht wie ein Monolith auf festem Grund. Das bringt eine musikalische und stimmliche Monotonie mit sich. Ob das wirklich ein Fortschritt für SPORT ist, wie Martin (Schlagzeuger) es bezeichnet, muss jeder Hörer selbst bewerten.
MF, 2008
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